Bürgerinitiative Kernerstraße

Kommentar zum Artikel in der Heilbronner Stimme vom 16.09.2020

Der Artikel der Heilbronner Stimme vom 16.09.2020, „Faktencheck widerlegt Behauptungen“ ist eine nicht als solche gekennzeichnete Werbebotschaft der Hoffnungsträgerstiftung. Hier wurde ein Gespräch mit dem Pressechef der Stiftung als „Faktenscheck“ verkauft (ganz versteckt heißt es in dem Bericht, Zitat: „Pressesprecher Hubert Kogel sagt ..“). Schaut man sich auf der Homepage der Hoffnungsträger um, dann wird man für das Projekt Schwaigern unter Fragen und Antworten im Wesentlichen auch die heutigen Behauptungen und Versprechungen wiedererkennen.                                                                                                                            

Zu den Fakten:

„Dezentrale Unterbringung statt Schaffung eines sozialen Brennpunktes“.

Der Begriff Brennpunkt selbst wurde korrekt erläutert. Auf die Kernaussage der BI aber wurde nicht näher eingegangen. Das laut mehrerer Studien und Veröffentlichungen zum Thema Integration, eine „dezentrale Unterbringung“, also eine auf die ganze Kommune verteilte und kleinteilige Verteilung der Flüchtlinge im Gegensatz zu einer zentralen Ansiedelung an einem Standort, eine deutlich bessere Integration ermöglicht,  wurde nicht erwähnt.

Die hier in Schwaigern zentral an einem Standort angedachte Unterbringung kann daher durchaus die Schaffung eines sozialen Brennpunktes bedeuten.

Im Bericht wird behauptet, dass es um „Mietvertraglich abgesicherten Wohnraum handelt, es also übliche Mietwohnungen sind“. Uns ist nicht klar, was diese Aussage bedeuten soll. Jeder Vermieter wird mit Recht behaupten, dass seine angebotenen Wohnungen übliche Mietwohnungen sind!! Es wird weiter behauptet „es handelt sich um private und unbefristete Mietverhältnisse. Fakt ist, die Stadt hat immer damit argumentiert, es handele sich um ein „Wohnen auf Zeit“ die Stiftung selbst spricht von 2 bis x Jahre. In dem Artikel wird neuerdings verschwiegen, dass das Konzept ein Bewohnerverhältnis 50% Einheimische und 50% Migranten vorgesehen hatte, sehr eigenartig. Es wird weiterhin nicht eindeutig wiedergegeben, dass sich die Stiftung ausschließlich das Recht vorbehält, die Mieter auszusuchen und die Mietverträge abzuschließen. Die Stadt hat also nichts zu sagen, warum dann ein Kooperationsvertrag?                                                                                                          

„Die Bürgerinitiative nennt die Hoffnungshäuser „Notquartiere“ und „bessere Containerlösungen in Modulbauweise“.

Dass die Hoffnungsträgerstiftung Fertighäuser nach aktuellem Stand der Technik baut ist richtig, allerdings bescheinigt auch die Architektenkammer Baden Württemberg den Häusern hier eine, Zitat: „wohltuende und formal überzeugende Antwort auf die übliche Containerbauweise für Geflüchtete“ und beschreibt die bisherige Innengestaltung mit „Innen erzeugen konstruktive Oberflächen ohne zusätzliche Ausbauschritte ein angenehm warmes Raumgefühl bei gleichzeitiger Kosteneinsparung: die Untersichten der BSP-Massivdecken und OSB-Oberflächen der Holzständerwände bleiben sichtbar, der Estrich ist lediglich klar versiegelt.“

Das in den ab den 2020 erstellten Häusern in Straubenhardt und auch in Schwaigern eine andere Gestaltung, möglicherweise auch auf Kritik der Bürgerinitiative hin, gewählt wird stand zum Zeitpunkt der Vergabe am 27.09.2020 noch nicht fest.

https://www.akbw.de/baukultur/beispielhaftes-bauen/datenbank-praemierte-objekte/detailansicht/objekt/hoffnungshaus-integratives-wohnen-von-gefluechteten-und-einheimischen-6672.html

„Laut Banner der BI gibt es keine Zwei-, Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen.“

In Schwaigern sind drei der größten Häuser in einer Länge von 24m einer Höhe 9m und einer Tiefe von 10m geplant, mit jeweils 230² Wohnfläche aufgeteilt auf maximal 3 Wohnungen pro Stockwerk. Welche Wohnungsgrößen jetzt konkret in Schwaigern geplant sind, wird in dem Artikel nicht erwähnt, daher kann die Aussage der BI basierend auf einer Darstellung des Grundrisses während der Informationsveranstaltung am 16.09.2019 hier nicht widerlegt werden.

„Ferner sei eine Barrierefreiheit nicht gegeben."

Die Barrierefreiheit ist laut Aussage im Bericht nur im Erdgeschoss gegeben.  Dabei ist zu berücksichtigen, dass dort auch Gemeinschaftsräume vorgesehen sind.

„Darüber hinaus sollte laut BI „eine vernünftige Mischung von alten und jungen Bewohnern, sozial schwachen und gut situierten Bürgern...“ angestrebt werden“.

Der vollständige Satz in unserem Flyer wird jedoch unterschlagen, er lautet weiter „…sowie Menschen mit und ohne Migrationshintergrund ist in allen Wohnbezirken anzustreben!“. Dies ist im Gemeinderatsbeschluss vom 27.09.2020 so nicht vorgegeben

„Die BI behauptet auf ihrem Banner, dass zehn Sozialstunden im Monat geleistet werden müssten.“

Der Bericht bestätigt klar unsere Aussage, dass die zukünftigen Mieter 10 Sozialstunden vertraglich leisten müssen. Aussage des Herrn Kogel: „wir nehmen die Auswahl der Mieter sehr bewusst vor und achten darauf, dass diese im Hoffnungshaus nicht nur wohnen, sondern auch in der Hausgemeinschaft mit leben und das integrative Wohnkonzept mitgestalten und umsetzen wollen“ Zehn Stunden pro Monat seien eine realistische Größe. Dabei gehe es um gemeinsame Aktivitäten wie Ausflüge mit den Geflüchteten. Woher diese engagierten Schwaigerner Bürger kommen sollen, bleibt der Bericht allerdings auch schuldig! 

„Die Bürgerinitiative setzt die Häuser der Hoffnungsträgerstiftung in Bezug zur Gewo-Lösung“.

Sowohl die GeWo als auch die Hoffnungsträgerstiftung bauen öffentlich geförderte Mietwohnungen. Beide bieten Mietwohnungen an, die 30% unterhalb der Vergleichsmiete liegen. Geplant ist in Schwaigern mit der Hoffnungsträgerstiftung die Wohnungen 50:50 an anerkannte Flüchtlinge und Einheimische zu vergeben. Unabhängig davon sollen 70% der Wohnungen als sozialer Wohnraum an Personen mit Wohnberechtigungsschein angeboten werden.  Das sich sozialer Wohnungsbau auch harmonisch in das bestehende bebaute Umfeld einfügen kann, zeigt das geplante Projekt der Gewo in Massenbachhausen wie in unserem Banner dargestellt.

„Die generelle Frage stellt sich hier noch: warum werden bei einem sogenannten „Faktencheck“ nur einige Punkte einer Seite herausgepickt? Was ist mit folgenden Punkten, die durchaus auch in einem kritischen und überparteilichen Check hätten durchleuchtet werden können?

  • Form Ausschreibung und Bewertung der Bewerbung der Hoffnungsträgerstiftung durch die Stadt Schwaigern und den Gemeinderat
  • Warum druckt man ein Bild ab, das nicht die für Schwaigern vorgesehenen drei viel größeren Haustypen darstellt?                                                                                                                                       
  • Warum verschweigt der Bericht in der Einleitung, dass in den meisten Orten die Bürger heftigsten Widerstand gegen die Pläne der Stiftung leisteten, aber nicht die Kraft und die Ausdauer besaßen, dagegen vorzugehen wie wir hier in Schwaigern? Vielerorts waren durch gezielte Desinformationen außerdem entscheidende Termine verstrichen.
  • Auf die Fragen, Sorgen und Anregungen der Bürgerinitiative wurden bisher seitens Gemeinderat und Verwaltung nicht eingegangen.

                                                     

Schwaigern, den 17. September 2020

Die Bürgerinitiativ Kernerstrasse

 

 

        


                                     

Gästebuch

Hermine Faber
18.03.2020 10:59:20
Es gibt noch so viele Būrger, die aus allen Wolken fallen, wenn sie diese unmöglichen und hässlichen Holzbaracken sehen. Dazu noch die Menge, was Schwaigern garnicht braucht. Es wird dann ein Auffanglager für alle Umliegenen Gemeinden. Warum??? Weil es eine Bereicherung fūr Schwaigern und erst recht für die Anlieger sein wird!!!. Das wird bei den Būrgern mit heftigen Kopfschūtteln und Unverständnis registriert. Ja, wenn man nicht in Schwaigern wohnt , kann das einem doch egal sein. !!!
Claus Walinski
16.03.2020 11:49:54
Die Verantwortlichen der Stadt und der Fraktionen haben keine Gelegenheit ausgelassen um nur Ihre, einseitige Sicht dieses Projekts zu verbreiten!
Die Bürgerinitiative konnte weder in der Heilbronner Stimme noch im Gemeindeanzeiger auf die offensichtlichen Widersprüche des „Projektes Integratives Wohnen“ hinweisen. Ein offener Dialog war und ist nicht erwünscht!
Mit dieser Homepage haben wir als BI nun endlich die Möglichkeit alle Aspekte dieses Projekts anzusprechen und jeder interessierte Bürger kann sich dann selbst eine Meinung bilden.